Wilhelm IV. Heinrich, König des Vereinigten Königreichs, König von Hannover

Wilhelm IV. Heinrich, König des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland, König von Hannover, dritter Sohn Georgs III., geb. 21. Aug. 1765 in London, gest. in Windsor 20. Juni 1837, tritt 1779 als Kadett in die Marine, nimmt 1780 und 1781 an verschiedenen Seegefechten gegen spanische und französische Schiffe teil, dient während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges in New York, wird 1785 zum Leutnant und 1786 zum Kapitän der Fregatte Pegasus befördert, und steht Ende des Jahres unter Nelsons Kommando. Nach der Rückkehr nach England wird er 1789 zum Herzog von Clarence und St. Andrews sowie zum Grafen von Munster ernannt. Wiewohl er in der Marine von Stufe zu Stufe steigt, darf er sich doch seitdem nicht mehr an kriegerischen Unternehmungen beteiligen. Um 1790 tritt er in ein Verhältnis zu der irischen Schauspielerin Dora Jordans, die ihm zehn Kinder gebiert, 1811 aber von ihm verlassen wird. Der Herzog verheiratet sich hierauf 18. Juli 1818 mit Adelheid, Prinzessin von Sachsen-Meiningen, und lebt meist zurückgezogen auf seinem Landsitz Bushy Park bei London.

1827 wird er zum Marineminister mit dem Titel eines Großadmirals des Reiches im Ministerium Wellington ernannt, nimmt aber, da das Ministerium seine Eigenwilligkeit nicht billigt, im August 1828 seine Entlassung. 1829 erklärt er sich im Oberhaus für die Katholikenemanzipation. Durch den Tod seines Bruders Georg IV. 26. Juni 1830 auf den Thron berufen, vertraut er im November das Staatsruder den Whigs an, die 1832 die Parlamentsreform durchsetzen. Diese Maßregel, sodann die Reform der englischen Städteordnung, die Abschaffung der Sklaverei, die heftigen Kämpfe um die irischen Kirchenzehnten machen Wilhelms Regierung zu einer ebenso bedeutungsvollen wie bewegten.

Da seine einzige legitime Tochter bald nach der Geburt gestorben ist, folgte ihm seine Nichte Viktoria auf dem Thron, in Hannover aber, wo er 1831 eine den Zeitbedürfnissen angemessene Verfassung eingeführt hat, sein Bruder Ernst August. Für seine, von der Jordans geborenen Kinder hat er nach seiner Thronbesteigung gut gesorgt. Der älteste, George Fitzclarence (geb. 29. Jan. 1799, gest. 20. März 1842), erhält 1831 den Titel eines Grafen von Munster, und dessen Enkel Aubrey Fitzclarence, geb. 1862, folgt ihm als Graf von Munster; der zweite Sohn Wilhelms, Lord Frederick Fitzclarence, geb. 1799, stirbt als Oberbefehlshaber in Bombay 30. Okt. 1854; der dritte, Lord Augustus Fitzclarence, tritt in den geistlichen Stand und stirbt 14. Juni 1854.

Bibliographie

  • Fitzgerald: Life and times of William IV. (Lond. 1884, 2 Bde.)
  • Huish: Reign and life of William IV. (Lond. 1837)
  • Wright und Watkin: Life and reign of William IV. (Lond. 1844)

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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