Berme

Berme

Berme (franz. Berme, lisière), ein waagerechter oder geneigter Absatz (Fig. a – a) zur Unterbrechung einer höheren Böschung. Er bietet Stützpunkte für die zum Schutz der Böschung aufgebrachten Rasenschichten, nimmt das auf der Böschung abfließende Regenwasser auf, ehe dieses eine allzu große Geschwindigkeit angenommen, und verhindert, dass abrollende Erdteilchen in den Einschnittsgraben gelangen.

Der gegenseitige Abstand der Berme und ihre Breite hängt von der Höhe der Böschung ab und von der Bodenart, in die letztere eingeschnitten. Bei See- und Flussdeichen sind Außenbermen der Wasserseite, Binnenbermen der Landseite zugekehrt. Die Binnenberme ist ein 4-10 m breiter, in Geländehöhe oder etwas über dem Gelände liegender Weg am Fuße des Deiches, der landseitig mit einem Graben zur Aufnahme des Schweiß- oder Drängewassers eingefasst ist. Im Falle der Deichverteidigung wird die Binnenberme als Zufuhrweg benutzt. Die Außenberme bildet eine Verstärkung des Deiches, sie liegt über dem gewöhnlichen Wasserstand am Fuße der Außenböschung.

Im Kanalbau heißt Berme der etwas unter Wasser liegende, 1-2 m breite Absatz, der die Kanalböschung vor Beschädigung durch Wellenschlag schützen soll. Zu letzterem Zwecke bepflanzt man sie mit Schilf und Weiden. Bei Seekanälen wird das Wasser während der Durchfahrt der Dampfer in größeren Tiefen aufgewühlt, die Bermen liegen deshalb bis 2 m unter Wasserspiegel; sie haben eine Breite bis zu 4 m und werden meistens künstlich befestigt.

In Befestigungen heißt Berme oder Wallabsatz ein schmaler Streifen, zwischen äußerer Brustwehr- und innerer Grabenböschung, der das Hinabrollen der Erde in den Graben verhindert; meist bringt man dort eine Hecke, mitunter auch Hindernismittel an. Hinter diesen liegt der Rondengang (s. d.). Berme in Schützengräben, der an der inneren Brustwehrböschung stehengebliebene Absatz (vgl. Brustwehr).

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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