Japanische Infanterie, 1938–1945

Testbericht der 1:76 Figuren von Airfix

Japanische Infanterie, 1938–1945, 1:76 Figuren Airfix 01718

Die japanische Infanterie im Maßstab 1:76 von Airfix zählt bis heute zu den beliebten Figuren-Sets für Sammler und Wargamer. Jede der 16 verschiedenen Figuren ist eine künstlerisch und handwerklich überzeugende Skulptur, die einzeln oder im Verband mit anderen Plastikkameraden in Szene gesetzt werden kann.

Inhalt

48 Figuren in 16 Posen – 22 mm entsprechen 167 cm Körpergröße

  • Japanischer Offizier mit »Shin-Guntō« Armeeschwert (2)
  • Japanischer Unteroffizier mit MAB 38 Maschinenpistole (2)
  • Japanischer Fahnenträger (1)
  • Japanischer Trompeter (1)
  • Japanischer Soldat mit Typ 11 l.MG (1)
  • Japanischer Soldat, marschierend (6)
  • Japanischer Soldat, vorgehend (4)
  • Japanischer Soldat, stürmend, mit erhobenem Gewehr (4)
  • Japanischer Soldat, stürmend (4)
  • Japanischer Soldat, kniend, schießend (4)
  • Japanischer Soldat, kniend (4)
  • Japanischer Soldat, Granate werfend (3)
  • Japanischer Soldat, auf allen vieren vorarbeitend (4)
  • Japanischer Soldat, liegend, schießend (3)
  • Japanischer Soldat, fallend (2)
  • Japanischer Soldat, stehend, mit gefälltem Gewehr (3)

Bewertung

Exzellente Themenwahl, die japanische Infanterie von Airfix hat bereits 1964 den Standard definiert, an dem sich später produzierte Figuren bis heute messen müssen. Mit 48 Figuren in 16 verschiedenen Posen, hat Airfix dem Figuren-Hobby einen nicht zu unterschätzenden Dienst erwiesen. Generationen von Kindern haben mit diesen Figuren in Sandkästen gespielt, Gelände gebaut, Szenen dargestellt, Dialoge entwickelt, Konflikte gelöst, und ihrer Kreativität freien Lauf gelassen.

Japanische Infanterie, 1938–1945, 1:76 Figuren Airfix 01718

Exzellente Posen, anatomisch perfekt dargestellt und mit den damals verfügbaren technischen Mitteln praktisch fehlerfrei umgesetzt. Die Lebendigkeit der Airfix-Figuren ist bis heute in diesem Maßstab unübertroffen.

Die Ausrüstung der japanischen Soldaten ist unvollständig, die Trageweise zum Teil willkürlich, doch bei solch kleinen Figuren springen Fehler weit weniger ins Auge als bei ihren Kameraden im Maßstab 1:32. Zudem lassen sich kleine Fehler an kleinen Figuren mit geringerem Aufwand an Zeit und Modellierwachs oder »Green Stuff« beheben.

Der sich auf allen vieren vorarbeitende Soldat ist der einzige, der über die richtigen Patronentaschen verfügt, nämlich die beiden kleinen Taschen mit je 30 Patronen vorne links und rechts am Koppel, und die große Tasche für 60 Patronen Reservemunition in der Mitte hinten am Koppel. Sein kniend schießender Kamerad führt drei kleine Patronentaschen vorne am Koppel, der MG-Schütze nur die große Patronentasche hinten, und alle übrigen Schützen nur jeweils die beiden kleinen Patronentaschen vorne.

Fünf Figuren fehlt die Feldflasche, drei haben sie falsch umgehängt, die übrigen acht tragen die Feldflasche zwar richtig hinter der rechten Hüfte, ihnen fehlt aber wiederum der Brotbeutel. Designer und Modelleur haben wohl übersehen, dass Brotbeutel und Feldflasche – an separaten Riemen – gemeinsam über der linken Schulter getragen werden. Der Brotbeutel zuunterst, sodass die Feldflasche auf dem Brotbeutel liegt, und im Laufschritt nicht ständig ungebremst gegen den Oberschenkel klatscht.

Japanische Infanterie, 1938–1945, 1:76 Figuren Airfix 01718

Vom Offizier und MG-Schützen abgesehen, tragen alle Soldaten die Gasmaskentasche am Mann, die meisten sogar mit dem Riemen richtig über der rechten Schulter, sodass die Tasche hinter der linken Hüfte liegt. Unter der Gasmaskentasche müsste ein gutes Stück der Bajonettscheide herausragen, das ist aber bei keinem einzigen Gewehrschützen der Fall. Der MG-Schütze ist der einzige, der ein Bajonett mitführt, obwohl er gar kein separates Seitengewehr bräuchte, denn sein leichtes Maschinengewehr Nambu Typ 11 besitzt ein ausklappbares Spießbajonett. Der MG-Schütze stammt ursprünglich von der japanischen Infanterie im Maßstab 1:32 von Airfix und wurde anstelle eines liegenden Gewehrschützen in die überarbeitete Gießform dieser 1:76-Figuren eingefügt. Leider hat Airfix versäumt, den exzellenten Granatwerfer Typ 89 ebenfalls in die neue Gießform zu übernehmen. Wer den Granatwerfermann verwenden möchte, kann auf billige Reproduktionen im Maßstab 1:72 zurückgreifen.

Japanische Infanterie, 1938–1945, 1:76 Figuren Airfix 01718

Der kniend signalisierende Soldat, vermutlich ein Unteroffizier oder Feldwebel, ist mit einer in der japanischen Armee sehr seltenen, italienischen MAB 38 Maschinenpistole bewaffnet. Im Juni 1943 hatte das Yokosuka Marinearsenal 350 Itariya Maschinenpistolen (Moschetto Automatico Beretta M.38/43) bestellt, von denen im August des Jahres aber nur 50 Stück geliefert wurden. Mit einem Stahlhelm ausgerüstet, kann dieser Soldat sofort als Unteroffizier in die Italienische Infanterie von Airfix eingereiht werden. Die übrigen japanischen Soldaten mit Stahlhelm sind sogar ohne Umbau als Italiener geeignet.

Die Waffen der japanischen Soldaten sind maßstäblich korrekt modelliert und deshalb so hauchdünn, dass Airfix auf das Darstellen aufgepflanzter Bajonette verzichtet hat. Dieser Kompromiss ist für den Sammler allemal besser, als grotesk überdimensionierte oder nur teilweise gegossene Bajonette mühevoll von den Gewehren wieder abnehmen zu müssen. Wer auf das Bajonett Typ 30 keinesfalls verzichten möchte, klebt einfach ein Haar unter die Mündung des Arisaka Typ 38 Infanteriegewehrs und kürzt die Länge später auf ca. 7 mm. Die Klebeverbindung hält prima, wenn das Gewehr bereits bemalt ist und das Haar-Bajonett mit einem Tröpfchen frischer Acrylfarbe daran fixiert wird.

Kompatibel mit Fujimi, Matchbox, Milicast, Cromwell Models, Ostmodels, MMS, und Vac-U-Cast.

Mögliche Umbauten

Die japanische Infanterie von Airfix kann in vielen gefälligen Farbtönen von Tan (Lohfarbe), über Khaki, bis Mittel- und Dunkeloliv bemalt werden. Die Feldmütze darf farblich am stärksten variieren, und von der Farbe der übrigen Uniformteile abweichen. Khaki dominiert bei Kriegsbeginn, wird allmählich durch Olivgrün abgelöst, aber nicht vollständig ersetzt. Offiziere trugen weiße oder graugrüne Hemden; zur tan- oder hell-khakifarbenen, später mittel- bis dunkelgrünen Tropenuniform gehörte ein khakifarbenes Hemd, das bei warmem Wetter auch ohne Kampfjacke getragen werden konnte.

Figuren der Japanischen Armee des Zweiten Weltkrieges