Konföderierte Infanterie

Testbericht der 1:76 Figuren von Airfix

Konföderierte Infanterie, 1:76 Figuren Airfix 01713

Airfix Konföderierte Infanterie einer Texas-Brigade des Spielsystems Fire and Fury. Diese Figuren wurden vier mal für verschiedene Tabletop Wargames montiert und demontiert, angefangen mit den Airfix American Civil War Wargaming Spielregeln von 1977, über Complete Brigadier, und Volley & Bayonet, bis sich Fire and Fury als bevorzugtes Spielsystem dieser Epoche durchsetzte. Für 1:76 Figuren haben wir die empfohlenen Maße aller Grundplatten um den Faktor 1,5 vergrößert. Die hier gezeigten Infanterie-Grundplatten sind dem entsprechend 38 × 29 mm groß. Jede Grundplatte nimmt vier marschierende Infanteristen in Doppelreihe, oder drei angreifende Soldaten in Schützenlinie auf. Der Fahnenträger ist ein Umbau eines vorgehende Soldaten, dem das Gewehr entfernt und durch eine Fahnestange aus Federstahldraht ersetzt wurde. Bei den Figuren mit Käppi handelt es sich um Airfix Unionssoldaten, als Konföderierte bemalt. Diese Konföderierten gehören zu den ältesten Figuren in der Sammlung der Redaktion, sie dienten jahrelang im Sandkasten, bevor sie schön bemalt zum Wargaming avancierten.

Inhalt

48 Figuren in 11 Posen – 23 mm entsprechen 175 cm Körpergröße

Bewertung

Exzellente Themenwahl, die Konföderierte Infanterie von Airfix war ab 1962 jahrzehntelang einzigartig in diesem Maßstab. Heute gibt es originalgetreuere und detailliertere konföderierte Infanteriefiguren, aber die Figuren von Airfix sind immer noch ein Muss für Wargamer und Dioramenbauer.

Gute Details: Falten in der Kleidung, Munitionstaschen, Wasserflaschen, Gurte, und Gewehre sind deutlich herausgearbeitet und einfach zu bemalen. Falten in Jacke und Hosen können sehr schön mit einem Ink Wash oder stark verdünnter Acrylfarbe schattiert werden. Die Figuren sind aus grauem Polystyrol hergestellt und eignen sich gut zur Blitzbemalung durch Tauchen mit Polyurethanlack und schwarzer Künstlerölfarbe.

Exzellente marschierende und kämpfende Posen, die sehr schön auf einander abgestimmt sind. Die Konföderierten von Airfix sind anatomisch richtig dargestellt, verglichen mit anderen Figuren, die deutlich größer und für die Epoche viel zu langbeinig ausfallen.

Gutes Preis/Leistungs-Verhältnis. Wargamer können alle 48 Figuren in diesem Set für Fire and Fury und andere Spielsysteme verwenden. Es sind genügend Figuren jedes Typs vorhanden, um marschierende, stillstehende, feuernde, und vorgehende Einheiten darzustellen. Keine einzige Figur bleibt ungenutzt.

Sechs der elf Posen eignen sich als Fahnenträger, indem man Gewehr oder Offiziersäbel entfernt und eine Fahnenstange aus Federstahldraht durch beide Hände steckt. Diese Umbauten wirken durchweg realistisch, und man kann von Glück sagen, dass Airfix keine der guten Infanterieposen aus dem Sortiment nahm, um einen Fahnenträger beizulegen.

Die marschierenden und paradierenden Figuren tragen noch den Tornister, der im Felde unmittelbar weggeworfen wurde. Soldaten des Amerikanischen Bürgerkrieges packten ihre wenigen persönlichen Ausrüstungsgegenstände einfach in eine Deckenrolle, die sie über der Schulter trugen. Die kämpfenden Figuren haben ihre Deckenrollen offenbar vor dem Gefecht im Lager deponiert. Die verantwortlichen Designer und Modelleure von Airfix haben hier eine gute Entscheidung getroffen und diese konsequent durchgehalten. Viele andere Hersteller legen sich weniger gerne auf einen bestimmten Feldzug oder eine typische Gefechtssituation fest, sie produzieren ein Sammelsurium von Figuren in Sommeruniform neben solchen in Regenmänteln, oder fechtende Soldaten in Paradeuniform neben feldmarschmäßig ausgestatteten Kameraden und anderen mit gefechtsmäßiger Ausrüstung. Die vielen unterschiedlichen Figuren können in Dioramen oder Wargame-Einheiten nicht nebeneinander verwendet werden, weil ein Soldat im Regenmantel eben nicht in eine Truppe passt, die mit hochgekrempelten Hemdsärmeln marschiert. Besonders auffällige Posen können gar nicht mehrmals nebeneinander in einem Regiment verwendet werden, weil militärische Formationen keine Balletttruppen sind.

Befriedigende Gussqualität. Auffällige Gussnähte müssen vor dem Bemalen entfernt werden. Wir empfehlen das Rai-Ro ZEP-70 Wachsspachtelgerät, mit dem man Gussnähte und Formversatz ganz einfach entfernen, bzw. in die Figur hineinspachteln kann.

Die Infanteristen tragen irrtümlich zwei Munitionstaschen vorne am Gürtel, obwohl eine kleine Tasche für Zündhütchen vorne rechts und eine große Patronentasche rechts hinter der Hüfte richtig gewesen wären.

Der Brotbeutel links hinter der Hüfte sieht wie eine Munitionstasche aus, er befindet sich aber auf der falschen Seite. Offensichtlich waren sich die Modelleure von Airfix nicht darüber im Klaren, dass eine Muskete mit der rechten Hand geladen wird, und die Munitionstasche deshalb rechts vor oder hinter der Hüfte erreichbar sein muss.

Auf den Gewehren sind keine Bajonette aufgepflanzt, obwohl die beiden im Nahkampf befindlichen Figuren mit ziemlicher Sicherheit Bajonette verwendet haben würden. Einer der beiden besitzt eine Bajonettscheide, der andere nicht.

Der Offizier trägt seinen Revolver irrtümlich mit dem Griff nach hinten, wie es bei Cowboys und Revolvermännern üblich war.

Kompatibel mit Accurate Figures, und IMEX.

Historische Verwendung

  • Konföderierte Infanterie, 1861–1865
  • Unionsinfanterie, 1861–1865

Interessante Umbauten

Airfix Konföderierte Infanterie ist ein Muss für Wargamer, die unterschiedliche Infanteriebrigaden für Simulationsspiele aufstellen möchten. Für Fire and Fury oder vergleichbare Spielsysteme montiert, sehen diese Konföderierten immer noch deutlich überzeugender aus als viele ihrer neuen Waffenbrüder aus Plastik.

Airfix Figuren

Bibliographie

Fragen und Antworten

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Figuren des Amerikanischen Bürgerkrieges