Al-Abbas ibn Abd al-Muttalib

Al-Abbas ibn Abd al-Muttalib (spr. abbâß), Onkel Mohammeds aus der Sippe der Haschemiten, geboren um 570 n. Chr. in Mekka, gestorben um 652 in Medina, schloss sich erst kurz vor der Eroberung Mekkas (Anfang 630) der Sache seines Neffen an, genoss aber trotzdem als Onkel des Propheten das größte Ansehen. Infolgedessen vermochten seine Nachkommen, die Abbasiden (s. Kalifen) den Verfall des Umayyaden-Kalifats für sich auszunutzen und sich 750 der Herrschaft zu bemächtigen. Ihr Regierungssitz war seit 763 das von ihnen gegründete Bagdad. Seit der Mitte des 9. Jahrhunderts wurde ihre weltliche Macht mehr und mehr beschränkt, stellenweise ganz aufgehoben; als Oberhäuptern der Religion blieb ihnen einiger geistlicher Einfluss, vermöge dessen sie es Ende des 12. Jahrhunderts wieder zur unmittelbaren Herrschaft über Bagdad und Umgegend brachten. Dieser machte 1258 die Eroberung Bagdads durch die Mongolen ein Ende. Einige Mitglieder der Familie retteten sich nach Syrien und wurden von hier nach Ägypten gebracht, dessen Sultane ihren Nachkommen den Kalifentitel bis zur Eroberung des Landes durch die Türken (1517) gelassen haben.

Bibliographie

  • Weil: Geschichte der Kalifen (Bd. 1-3, Mannh. 1846-51; Bd. 4-5, Stuttg. 1860-62)

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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